Zur Bedeutung von Cholesterin als Risikofaktor

veröffentlicht am 5. Juli 2017 in Gesundheit Tipps von

vg wort
Zur Bedeutung von Cholesterin als Risikofaktor Die Hypothese, Cholesterin sei kausal verantwortlich für Herzinfarkte wird oftmals kontrovers diskutiert. Zum Teil wird sogar behauptet ein erhöhter Cholesterin-Wert sei völlig ungefährlich und kein Risikofaktor für einen Herzinfarkt. Diese These berücksichtigt jedoch nicht die Tatsache, dass das für die Stabilität der Zell-Membran grundsätzlich nützliche Cholesterin, gerade in den Blutgefäßen schaden anrichten kann, wenn es dort im Übermaß vorkommt. Im Jahre 1985 wurde durch die American Heart Association (AHA, Amerikanischer Kardiologenverband) das National Cholesterol Education Program (NCEP, Nationales Cholesterin-Erziehungsprogramm) ins Leben gerufen, mit dem Ziel die Bevölkerung vor den möglichen Gefahren eines hohen Cholesterinspiegels zu warnen und gibt seit seiner Gründung regelmäßig Empfehlungen heraus, an denen sich die Behandlung von Patienten mit hohem Cholesterinspiegel orientieren soll.

In Deutschland werden von der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie (DGK) eigene Zielwerte festgesetzt, welche sich an den amerikanischen Werten des NCEP orientieren. Aber auch andere führende Institutionen wie etwa die Deutsche Herzstiftung warnen vor einer verzerrenden Darstellung und Bagatellisierungen der Gefahren durch erhöhte Cholesterin-Werte hin.

Nach diesen Richtlinien der NCEP werden die Patienten mit erhöhten Cholesterinwerten in drei gestaffelte Risikogruppen aufgeteilt. Zur Gruppe 1 zählen alle Patienten, die bereits eine Erkrankung der Herzkranzgefäße entwickelt haben oder ein vergleichbares Risiko aufweisen (z.B. eine Diabeteserkrankung). Zur Gruppe 2 zählen die Patienten, die mindestens zwei der unter aufgeführten Risikofaktoren aufweisen. Patienten, die weniger als zwei dieser Risikofaktoren aufweisen zählen zur Gruppe 3.

Als Risikofaktoren gelten:

  • Rauchen
  • Erhöhter Blutdruck (über 140/90 mmHg oder eine aktuelle hypertensive Behandlung)
  • Niedriges HDL-Cholesterin ( KHK-Erkrankungen in der Familie (bei männlichen Verwandten ersten Grades unter 55 Jahren oder weiblichen Verwandten ersten Grades unter 65 Jahren)
  • Männer über 45 und Frauen über 55 Jahre

Im folgenden Video erfahren Sie, wie gefährlich Cholesterin wirklich ist und was der Unterschied zwischen „guten“ und „schlechten“ Cholesterin ist.

Die medizinische Wissenschaft unterscheidet drei Fallgruppen von Personen, die an einem überhöhten Cholesterin-Wert leiden:

  1. Patienten der Gruppe 1 sollten bei LDL-Werten über 100 mg/dl Lebensstiländerungen vornehmen.
  2. Patienten der Gruppe 2 sollten bei LDL-Werten über 130 mg/dl Lebensstiländerungen vornehmen, bei Werten über 130 mg/dl oder 160 mg/dl (abhängig von der spezifischen Risikoberechnung) eine medikamentöse Therapie beginnen. Ziel sollte sein, LDL-Werte unter 130 mg/dl zu erreichen.
  3. Patienten der Gruppe 3 sollten bei LDL-Werten über 160 mg/dl eine Lebensstiländerung vornehmen und eine medikamentöse Therapie erwägen, ab 190 mg/dl wird eine medikamentöse Therapie dringend empfohlen.

Unter Lebensstiländerungen zählen folgende Verhaltenänderung:

  • Reduktion der verzehrten gesättigten Fettsäuren ( Nichtmedikamentöse Therapieoptionen zur LDL-Senkung (z. B. pflanzliche Sterole (2 g/Tag) etc.)
  • Gewichtsreduktion
  • Erhöhte körperliche Betätigung
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Ein Kommentar

Hallo,
die meisten denken Cholesterin sei ein Fett und noch dazu ganz “schlecht” für die Gefäße, weil es sich dort ablagert und zu Verengungen führt. Ebenso hat sich in den Köpfen manifestiert, dass der Cholesterinwert im Blut von der Nahrung abhängig sei – isst man also viele Eier und viel Fettiges, dann steigt das Cholesterin – so denkt man. Auf all diesen Gerüchten baut auch der Cholesterinsenker in Tablettenform, sowie in Form von Margarine auf. Cholesterin sitzt in einer jeden Zellmembran und schützt die Zelle davor, dass Fremdstoffe, Giftstoffe, etc. in die Zelle hineingelangen. Denn würden dieses Giftstoffe in die Zelle gelangen, würde diese absterben. Cholesterin schützt uns, ist die Basis für einen Teil unseres Hormonsystems und hilft der Galle zu fließen und unsere Nahrung zu verdauen. Also hat Cholesterin auch was gutes 😉

Für uns Heilpraktiker liegt ein „gesunder“ Wert bei ca. 200-240 mg/dl. Liegt der Wert darüber ist dies zuerst einmal ein Hinweis darauf, dass der Körper sich vermehrt vor etwas schützt oder schützen möchte, seine Zellwände dicker macht. Daher sollte man sich fragen, wovor schützt sich der Körper? Welchen Belastungen ist der Mensch ausgesetzt, die das System überlasten? Die Ernährung macht nur einen geringen Teil der Cholesterinwerte aus. Trotzdem ist auf eine gesunde und ausgewogene Ernährung zu achten.

Schöne Grüße
Rohit